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Infraphotographiables: NO PHOTO

Infraphotographiables: NO PHOTO

⦿ Ausstellung


LOUIS FREHRING (RENNES, FR)


Infraphotographiables: NO PHOTO

Elektronik, Lack auf Holz und Plexiglas, 2026

Traust du dich, etwas zu fotografieren, das NO PHOTO heißt?

„Les infraphotographiables“ (auf Französisch: das „nicht-Fotografierbare“) ist eine Serie an Werken, die etwas anderes zeigen, sobald man sie fotografiert. „No Photo“, das erste Werk der Serie, hat die Form eines schwarzen Monochroms (einfarbigen Bilds), das beim Fotografieren die Botschaft „NO PHOTO“ offenbart.

Manche Kamerasensoren erfassen ein breiteres Lichtspektrum als das menschliche Auge. Verborgene Infrarotlichtsysteme erzeugen zusammen mit einer Kamera ein paradoxes Erlebnis: Für das bloße Auge unsichtbar, werden Geheimnisse erst durch das Fotografieren sichtbar. Das Fotografieren ist der eigentliche Auslöser für das Erscheinen des Bildes.

Damit wirft es eine Frage auf, die sich durch einen Großteil der zeitgenössischen Bildkultur zieht: Was zeigt ein Foto?

No Machine

No Machine

⦿ Ausstellung


grace kim (Linz, Österreich)


No Machine

Arduino Uno, Speakers, Mp3 Player, PLA, MDF, 2026

„No Machine” - also die „Nein-Maschine“ - ist ein interaktives Gerät, das es Nutzer:innen ermöglicht, die emotionale Last des Nein-Sagens an eine Maschine abzugeben.

Zwei Parteien stehen sich am Gerät gegenüber: Die Person auf der „Anfrage"-Seite richtet eine Bitte an die Person auf der „Ablehnung"-Seite. Diese stellt mit den Schaltern der Maschine die Ablehnung ein und erzeugt ein „Nein”.

Die „No Machine“ ist nicht einfach ein automatisiertes System, das als Puffer zum Auffangen sozialer Reibung dient. Sie ist Leerraum für die Phantasien einer folgenlosen Ablehnung ebenso wie für die Ängste vor den Konsequenzen des Neinsagens.

Das unaufdringliche, harmlos wirkende Design der Maschine entschuldigt sich gewissermaßen bereits, bevor überhaupt ein Nein erzeugt wird – was die Frage aufwirft, ob die Maschine die Ängste vor Ablehnung tatsächlich lindern konnte.

see this sound (go away)

see this sound (go away)

⦿ Ausstellung


Konstantin kulitschka (leipzig)


see this sound (go away)

Hardware: Mikrofon, Computer, Beamer. Software: Touch Designer, 2026

„See this sound (go away)“ übersetzt Schall in ein interaktives, visuell-räumliches Erlebnis.

Jede und jeder von uns sendet permanent: Beim Sprechen, Rascheln oder Singen. Unsere Signale werden ständig von uns weggetragen, breiten sich in alle Richtungen aus, werden umgewandelt und vergehen schließlich.

Die Installation schafft einen synästhetischen (über-sinnlichen) Moment, indem sie den meist unsichtbaren Schall sichtbar macht: Über das Prinzip eines Spektrogramms wird das vom Mikrofon aufgenommene Signal in seine Frequenzanteile zerlegt. So wird z.B. anschaulich, dass eine menschliche Stimme gar nicht ein Ganzes, sondern zusammengefügt ist – aus verschiedenen, überlagerten Teilen.

La Metà

La Metà

⦿ Ausstellung


Daniel meeh (Luzern, schweiz)


La Metà

2026

La Metà bringt Menschen in Kontakt und ist eine partizipative Installation über Begegnung.

Besucher:innen tippen eine Frage ein — irgendetwas, das sie wirklich bechäftigt: „67?“ oder „Können Städte gerecht sein?“.

Ein Sprachmodell antwortet mit einer kurzen Gegen-Aussage: keine Antwort und keine Widerlegung, die andere Hälfte des Gedankens — die Perspektive, die die Frage ausgeschlossen hat. Dazu vergibt La Metà eines von vierzehn geometrischen Symbolen, das die Art der Frage codiert.

Frage, Gegen-Aussage und Symbol werden live auf ein Thermolabel gedruckt und auf eine Flasche geklebt, die die Besucher:innen in Händen halten.

Der Titel spielt mit meta und metà — italienisch für „die Hälfte“ und “das Ziel”. Wer bei jemandem ein verwandtes Symbol entdeckt, teilt schon etwas, bevor ein Wort gefallen ist. Das Label liefert den Gesprächseinstieg. La Metà erzeugt einen Vorwand.

Komprimat

Komprimat

⦿ Ausstellung


Linus Fritz (Backnang)


Komprimat

LED Panels, Acrylglas, 2025

In den unterschiedlichsten Branchen werden Entscheidungen, die uns als Individuen direkt betreffen, auf der Grundlage von Algorithmen, also Datensätzen und deren statistischen Mustern getroffen.

Die interaktive Installation „Komprimat“ zeigt, wie KI unsere Wahrnehmung von Identität neu ausrichtet. Der Betrachter wird zunächst von der Installation aufgenommen und dann in einem Prozess über drei verschiedene Ebenen hinweg komprimiert: Von realistisch über abstrakt bis zu nicht mehr als Mensch erkennbar. Der Betrachter wird anschließend mit seiner komprimierten Version im System gespeichert.

Indem „Komprimat“ die algorithmische Komprimierung am Körper des Nutzers visualisiert, macht es den Identitätsverlust greifbar und regt zur kritischen Reflexion darüber an, wie künstliche Intelligenz unser Verständnis davon prägt, wer wir sind.