⦿ Ausstellung
STAATSTHEATER AUGSBURG
KAFKA/ICH
begehbare Rauminstallation, 2026 Das digitale Kunstprojekt Kafka/Ich transformiert klassische Literatur in ein individuelles, räumlich erfahrbares Erlebnis. Kafkas Alter Ego, ein fotorealistisch animierter Avatar, der mit dem Gesamtwerk, Tagebucheinträgen und Briefen trainiert wurde, verwickelt den Besuchenden im direkten Dialog in sein eigenes Leben und Werk. Kafka versucht dabei unaufhörlich den Besuchenden für seine Zwecke zu instrumentalisieren, stellt ihm Aufgaben und fordert schließlich, wie ursprünglich seinen Freund Max Brod dazu auf, seinem letzten Willen – die Vernichtung seines Gesamtwerks – zu entsprechen. Dieser letzte Wunsch stellt die Technologie an sich zur Disposition: Das höchste Ziel von Kafka/Ich ist die Selbstzerstörung, doch jedes Wort, jede Interaktion mit dem Besuchenden erzeugt neue Daten. Die KI bildet sich fortwährend weiter - sie ist unsterblich.
Die Architektur geleitet durch einen Gang in einen Warteraum, in dem es zu verweilen gilt, bis Kafka schließlich zur persönlichen Audienz in sein Büro bittet. Das Büro entspricht der Dialektik von Kafkas Tagebucheintrag »Meine Festung – Meine Gefängniszelle«.
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KAFKA/I
walk-through room installation, 2026
The digital art project Kafka/Ich transforms classic literature into a personalized, spatially immersive experience. Kafka’s alter ego—a photorealistic animated avatar trained on his complete works, diary entries, and letters—engages visitors in a direct dialogue about his own life and work. In doing so, Kafka ceaselessly attempts to manipulate the visitor for his own purposes, assigns them tasks, and ultimately demands—just as he originally urged his friend Max Brod to do—that they comply with his last will: the destruction of his complete works. This final wish calls the technology itself into question: The ultimate goal of Kafka/Ich is self-destruction, yet every word, every interaction with the visitor generates new data. The AI is constantly evolving—it is immortal.
The architecture leads through a corridor into a waiting room, where visitors must linger until Kafka finally invites them into his office for a personal audience. The office reflects the dialectic of Kafka’s diary entry “My Fortress—My Prison Cell.”
Foto: heimspiel gmbH