24.-27.10.2019, Kulturhaus abraxas, Augsburg

Medienkunstfestival Lab30 2018
Laser, Lichter und ein neu renoviertes Theater

Mit Medien, Kunst und Experimenten präsentiert sich das lab30 Festival zum 18. Mal im gesamten Kulturhaus abraxas. Über 30 internationale Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Bereichen der Medienkunst stellen an vier Tagen aktuelle Arbeiten vor. Das Augsburger Kunstlabor umfasst dieses Jahr neben der Ausstellung knapp 15 Konzerte und Performances. Die Kirche St. Thaddäus in Kriegshaber wird zum Spielort für eine Auftragsarbeit. Tagsüber sind am Wochenende Kurzfilme und Workshops zu erleben. In der Innenstadt ist das Café im Schaezlerpalais erstmals unter den Ausstellungsorten des Festivals. Anlässlich der Auszeichnung Augsburgs als UNESCO Welterbe zeigt das S-Planetarium erneut den Film „Waterdome“.

Die Ausstellung: Ein Brückenschlag von analogen zu digitalen Medien

The DIY Experience Total (c) Alexander Buers.jpg

Die Festival-Ausstellung umfasst dieses Jahr 16 bemerkenswerte Exponate. Der Ballettsaal wird bespielt von drei Künstlerinnen und Künstlern vom Kollektiv perte de signal aus Québec (CA). Während man als Zuschauer bei Lucas Paris‘ Installation „COMPRSD ADS“ passiv bleibt und LED-Werbe-Paneele beobachten kann, fordert Roby Provost Blanchards Installation „Summoning Signals“ zum Mitmachen auf. Viele weitere der ausgestellten Arbeiten sind interaktiv und schlagen eine Brücke von alten zu neuen Medien. Der Frankfurter Künstler Ivan Iovine erforscht mit seinem Projekt „Theodore“ die Möglichkeit künstlicher, emotionaler Intelligenz. Anhand eines Fotos vom lab30-Gast schreibt seine Maschine einen Liebesbrief. Gänzlich analog hingegen ist die Herangehensweise von Ilona Stütz und Astrid Dober, die das Publikum mit alten Postkarten auffordern: „Schreib bitte wieder schnell, ich warte jeden Tag auf Post.“ Alexander Buers aus Köln bittet darum, sich auf einen eigens angefertigten mobilen Stuhl zu setzen und verspricht eine „DIY-Experience“. Im Reesepark hinter dem Kulturhaus abraxas kann man unter den Bäumen verweilen und der Installation „[nést]“ von Verena Mayrhofer (AT) lauschen. Mathieu Zurstrassen fragt in seinem pseudowissenschaftlichen Szenario „I LOVE YOU; I HATE YOU TDS*“ nach den Auswirkungen despotischer Tweets.

Alle Künstlerinnen und Künstler sind anwesend und beantworten Fragen zu ihren Werken. Für Kinder gibt es ein Quiz zu ausgewählten Arbeiten. Am Wochenende können Familien in zwei Workshops und einem Klang-Spaziergang zudem selbst Hand anlegen, ihr Gehör schulen, Instrumente bauen und Kunst und Coding miteinander verbinden.

Konzert-Highlights: Laser, Lichter, Tanz und abstraktes Musiktheater

Das Ensemble tundra eröffnet das Festival am 24. Oktober im frisch renovierten abraxas-Theater mit seinem Konzert „Nomad“. Die russischen Künstler improvisieren mit Lasern, Klängen und Lichtern. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Konzert, in dem Sound, Visuals und Emotionen zusammenspielen.

Raumzeitpiraten (C) Jan Gehlen.jpg

Der zweite Höhepunkt des Eröffnungsabends ist der Auftritt der Raumzeitpiraten. Die drei Klangkünstler präsentieren ihr „Optoakustisches Reiseinstrumentarium“. Für ihr Konzert hat die Gruppe alte, ausgediente Reisekoffer restauriert und im Sinne der Maschinenkunst umgebaut. Gefundenes Material, Pflanzenteile und Weggeworfenes werden in die Kofferinstrumente eingespannt, um damit experimentelle Bild- und Klangwelten zu erzeugen.

Bereichert wird das Festival erneut durch einen Gast aus Japan: Namiki Sho, Tänzer aus Amagasaki, wird in seiner Performance „Nonsubstance Body“ am Samstagabend klassische Darstellungsweisen mit neuen Medien verbinden. Projektionen, Tanz- und Atemgeräusche werden in die Performance eingebaut. So definiert er das Verhältnis von Performance, Medien und Bühnenkunst neu.

Die kleine Studiobühne im Jungen Theater bietet den Rahmen für intimere Klangkunst-Experimente: Dawid Liftinger aus Köln konzertiert hier am Donnerstag mit einem Instrument aus Leuchtstoffröhren. Karl F. Gerber präsentiert seinen selbst gebauten Violinautomaten (Freitag) und am Samstag kreieren Marina Poleukhina und Tomomi Adachiauf kleinstem Raum eine Art abstraktes Musiktheater mit Stimme und Mensch-Maschine-Schnittstelle.

St. Thaddäus: Stille, Umweltklänge und Orgel im Zusammenspiel

Die besondere Architektur und Hörsamkeit (so nennen Fachleute die Klangcharakteristik eines Raums) von St. Thaddäus stehen im Mittelpunkt des Konzerts des Klangkünstlers Sam Auinger. Mit der Bratschistin katrinem und dem Organisten Werner Zuber inszeniert er für das lab30 Festival den Kirchenraum. Stille und Umgebungsgeräusche spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Innenleben der Kirche. Für das Konzert gilt das reguläre Festivalticket.

Kotoba: Selbstporträts aus Amagasaki von Sarah Hendrysiak im Schaezlerpalais

Kotoba_Goldrausch2 (c) Sarah Hendrysiak.jpg

Zum ersten Mal erweitert das Schaezlerpalais in der Maximilianstraße die Ausstellungsfläche des lab30 Festivals: Die junge Fotografin Sarah Hendrysiak zeigt hier eine Auswahl der Arbeiten, die 2018 im Rahmen eines internationalen Künstleraustauschs der Institutionen A-lab und lab30 entstanden sind. Ihre Erfahrungen und Eindrücke in Japan hat sie in Selbstporträts verarbeitet. Eine Auswahl ist ab 26.10.2019 im Café und Liebertzimmer zu sehen. Die Schau bildet das Ende der ersten Runde der künstlerischen Kooperation der Partnerstädte Amagasaki und Augsburg und läuft bis 26.01.2020.

Zugabe: Die Wiederaufnahme vom „Waterdome“ im S-Planetarium

Bereits 2018 hatten Studierende der Hochschule Augsburg und der UdK Berlin für das Festival eine audiovisuelle Sinfonie für die „Wasserstadt Augsburg“ geschaffen. Ausgangspunkt für „Waterdome“ war der Lech: Wie gestaltet der Fluss die Landschaft und die Stadt? Welche Bedeutung hat Wasser für unsere Welt? Mit Mikrofonen und Kameras gingen die Studierenden diesen Fragen nach. Der Film „Waterdome“ verknüpft experimentelle Zugangsweisen mit klassischer Bild- und Musiksprache. Weil Augsburg nun den Titel UNESCO Welterbe trägt, wird er am Festivalwochenende erneut im S-Planetarium gezeigt, in Kombination mit den regulären Planetariums-Shows. Karten gibt es ausschließlich beim S-Planetarium.


Wir danken der Stiftung Aufwind und der Stadtsparkasse Augsburg für die Unterstützung der Ausstellung und des Workshop-Programms.

Der Gastaufenthalt von Namiki Sho konnte realisiert werden dank der Förderung durch die YANMAR-Stiftung in Amagasaki.

Die Residency von Alice Strunkmann-Meister wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei.

Der lab30 Publikumspreis wird gestiftet von MAN Energy Solutions.

Festivalpartner sind das Kulturhaus abraxas, MEHR MUSIK!, das Junge Theater Augsburg, der Reese-Garden, das Planetarium, die Kunstsammlungen und Museen, Bayern 2, die Augsburger Allgemeine, m-net, Gruppe 20, St. Thaddäus, Mazda Frey und die Hochmuth Unternehmensgruppe.


Tickets:

Beim Festival gelten folgende Ticketpreise: Tageskarte 12/10 Euro, Familienkarte nachmittags am Wochenende: 15 Euro, 4-Tagespass 30/25 Euro

2-Tagespass 20/16 Euro. Ticket für Inhaber*innen des Kultursozialtickets:1 Euro.

Workshops: 9/7 Euro an (inklusive Ausstellungsbesuch und Material).

Infos: Büro für Popkultur, lab30@augsburg.de oder Tel. 0821 / 324-3253 sowie online auf www.lab30.de, www.facebook.com/lab30 und über Twitter: @lab30_augsburg – folgen Sie uns!

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