27.-30.OKTOBER 2016, KULTURHAUS ABRAXAS

Lab30 2016: Feuer, wasser, Erde, Luft – MedienKunst ganz in ihrem Element!

Das 15. Augsburger Kunstlabor präsentiert eine internationale Medienkunstausstellung und hochkarätige Performances

Das lab30 Festival im Augsburger Kulturhaus abraxas findet 2016 zum 15. Mal statt. Die interaktive Kunstlabor-Ausstellung präsentiert in diesem Jahr 15 Exponate, im Live- und im Workshop-Programm tummeln sich Künstler*innen aus ganz Europa, Korea, Japan und Kanada. Anknüpfend an den Erfolg von 2015 wird die Kirche St. Thaddäus wieder zum Spielort für zwei Performances. Und auch das Märchenzelt im Garten des abraxas‘ ist dieses Mal Teil des Programms. Im lab30-Club im Nordflügel des abraxas kann man die drei Festivalabende in bester Tanz-Atmosphäre ausklingen lassen. Die Arbeiten wurden von Barbara Friedrichs und Gerald Fiebig unter Mitarbeit von Mona Rother ausgewählt.

 

ELEMENTARE ERFAHRUNGEN UND DIY-INSTRUMENTE: 
DAS LAB30-LIVE-PROGRAMM

Eingeläutet wie auch eingeleuchtet wird das Festival von der niederländischen Gruppe „Optical machines“, die zur Eröffnung mit umgebauten Plattenspielern, neu konstruierten Lampen, Kameras und analogen Synthesizern ein Spektakel mit live generierten Lichtbildern präsentiert (Eröffnung, Do, 27.10. 19.30 Uhr). Aus der eigenen Werkstatt stammen auch die Klangapparate von Eli Gras. An zwei Abenden improvisiert die Spanierin unter dem Motto „Happy Electroacoustics“ auf ihren selbst gebauten Instrumenten. 

Aber auch Freund*innen klarer Bildsprachen kommen beim lab30 2016 auf ihre Kosten: Der Kanadier MAOTIK präsentiert zwei aktuelle Projekte, die unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit in High-End-Projektionen übersetzen. Ebenso futuristisch mutet der DJ-Battle ScratchKO an, der am Freitagabend zwischen DJ Opcode und einem Roboter stattfinden wird: Das Publikum entscheidet, wer gewinnt!

Eine ganze Reihe der Künstler*innen, die zum Festival eingeladen wurden, beschäftigen sich mit den Grundelementen. Am Eröffnungsabend gehen Matthias Fischer und Eric Zwang-Eriksson im Märchenzelt in einer elektro-akustischen Performance den faszinierenden Geräuschen von Feuer nach. Die japanische Klangkünstlerin Tomoko Sauvage hingegen arbeitet mit Wasser: Mit Tropfen, Wellen und Blasen in ihren „Waterbowls“ und zusätzlichem Audio-Feedback schafft sie eine fragile Tonalität (Fr, 28.10. und Sa, 29.10.). Der Luft wiederum hat sich die Koreanerin Sabina Ahn verschrieben, die in ihrer Performance „Breath“ mit ihrem eigenen Atem eine Glühbirne zum Leuchten bringt (Fr, 28.10.). Am letzten Festivalabend schließlich nimmt der preisgekrönte Medienkünstler Konrad Korabiewski das Publikum mit nach Island ins ständige „White-Out“. Seine eindrückliche Performance „FJARÐARHEIÐI“ vermittelt mit Field Recordings und monochromen Zwei-Kanal-Fotomontagen intensive Eindrücke aus dem Hohen Norden zwischen Schnee und Eis.

 

die Kunstlabor-Ausstellung 2016

Elementar geht es weiter in der lab30 Ausstellung: Mithilfe von Trockeneis hält die Medienkünstlerin Verena Friedrich in „The long now“ eine Seifenblase so lange wie möglich am Leben. Luftig geht es auch bei „My silent balloons“ und [onyk:s] zu, wo Besucher*innen mittels kleiner Apparaturen Ballons zum Klingen bringen oder aber ihren Alltags-Sorgen „entschaukeln“ können. 
Ein Großteil der Arbeiten, die der Ausschreibung gefolgt sind, ist interaktiv und lädt dazu ein, sich selbst auszuprobieren. So fordern die Exponate „machines antiques et chromatiques“ und „Wanderl_st“ etwas motorisches Geschick: Hier kann man alte Nähmaschinen antreiben, um Bilder zu generieren oder mit Dartpfeilen die Projektion einer Online-Karte durch verschiedene Länder navigieren. 

Wie es in den Ländern der EU um die gemeinsamen Werte steht – dieser Frage gehen gleich zwei Installationen nach: „Welcome to Schengenland Paradise“ ist eine überdimensionierte europäische Flagge, die begehbar ist. In „Wider die Wand“ werden Nationalhymnen zitiert und die Besucher*innen sind aufgefordert, diese Werte zu verbalisieren – wie halten wir es mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa?

 

Lab30 in der Stadt: „Intersection“ Und „ Silent HOuse of Prayer“

Wie in den Vorjahren geht das lab30 dieses Jahr wieder neue Wege und präsentiert Kunst außerhalb des Festivalortes Kulturhaus abraxas: Mit einer akustischen Intervention wird der Italiener Davide Tidoni über einen mobilen Lautsprecher weißes Rauschen am Straßenrand erklingen lassen und macht so den öffentlichen Raum zum Konzertort. Je nach Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeit, Anzahl und Größe der Autos, entwickelt sich die ortsspezifische Komposition „Intersection“ an zwei Augsburger Hauptstraßen.

Eine weitere Brücke in die Augsburger Innenstadt schlägt der Linzer Medienkünstler Reinhard Gupfinger: Im Rahmen des Residency-Programms „Welcome in der Friedensstadt“ hat der lab award Preisträger von 2011 acht Augsburger Religionsgemeinschaften besucht, ihre Gebete und Konzerte aufgezeichnet und die Klangaufnahmen in Reliefs umgearbeitet. Diese eindrücklichen Arbeiten unter dem Titel „Silent House of Prayer“ können noch bis zum Ende des Festivals in der Galerie Beate Berndt am Fischertor bestaunt werden. Im Rahmen des Festivals findet am Samstagvormittag ein Künstlergespräch statt, in dem Reinhard Gupfinger seine Arbeiten persönlich erläutert (Sa, 29.10., 11 Uhr).

 

Workshops:
kustische und Elektronische Musikinstrumente selbst bauen 

akkustikinstrument

Damit Kinder und Erwachsene auch wieder selbst Hand anlegen können, bietet das lab30 Festival in Kooperation mit MEHR MUSIK! in diesem Jahr zwei Workshops und eine Fortbildung für Lehrkräfte an: Kinder ab acht Jahren und Erwachsene können unter der Anleitung des Berliner Instrumentenbauers Stefan Roszak akustische Musikinstrumente bauen, die ohne elektronische Verstärkung auskommen – Saiteninstrumente, Donnertrommeln, Schlauchtrompeten und mehr stehen hier auf dem Programm. In einer zusätzlichen Fortbildung gibt Stefan Roszak interessierten Lehrkräften die Möglichkeit, sich mit digitalen Aufnahmegeräten vertraut zu machen. Elektronisch wird es bei Eli Gras, die gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmer*innen aus ausrangierten Materialien neue, seltsame und schöne Instrumente und die dazu passenden Kontaktmikrofone bauen wird. 

Hauptsponsor des Festivals ist die Kinder- und Jugendstiftung „Aufwind“ der Stadtsparkasse Augsburg, sowie die Stadtsparkasse Augsburg selbst. 

 

lab30 – 15. Augsburger Kunstlabor (27.-30. Oktober 2016)
Kulturhaus abraxas, Sommestr. 30, 86156 Augsburg, Tel. 0821/324-6355

Auswahl der Arbeiten:    
Barbara Friedrichs, Gerald Fiebig, Mona Rother

Öffnungszeiten:        
Do-Fr 19-24 Uhr: Ausstellung und Konzerte
Sa 14-24 Uhr: Ausstellung, Konzerte, Kurzfilme und Workshops
So 13-17 Uhr: Ausstellung, Kurzfilme und Workshops

Eintritt:         12 € / erm. 10 €
Samstag- oder Sonntagnachmittag 7 € / erm. 5 € 

Familienkarte (nur Samstag- oder Sonntagnachmittag) 15 €

Karten:            
Kulturhaus abraxas, Kulturamt und Tages- und Abendkasse

Programm:         
Neuigkeiten finden Sie auf facebook, twitter und ab dem 29.9.2016 unter
www.lab30.de.