26.-29.10.2017, Kulturhaus abraxas, Augsburg

Lab30 Festival 2017: Drei Deutschland-Premieren, Medienkunst und internationale Popkultur

Ende Oktober öffnet das Augsburger Kulturhaus abraxas seine Räume wieder für internationale Medienkunst. In 15 Exponaten interpretieren Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Europa und der Welt aktuelle Phänomene, geben Einblicke in ihre Arbeit und stehen dem Publikum dabei Rede und Antwort. Das Konzert- und Performanceprogramm an den Festivalabenden im abraxas Theater wartet mit drei Deutschlandpremieren auf, darunter erstmals eine Darbietung, die Tanz und Projektion miteinander verbindet. Kurzfilm- und Workshop-Fans kommen an den Familien-Nachmittagen am Wochenende auf ihre Kosten. Für lab30-Fans gibt es erstmals Early Bird Tickets zum Vorzugspreis für einen Wunschtag beim Festival. Dieser Vorverkauf endet am 4. Oktober 2017.

 

Eine Szene wie aus einem Hollywood-Film

Eine Frau setzt sich auf der Bühne mit einem Computer auseinander, einer künstlichen Intelligenz. Sie ist auf der Suche nach Antworten: Können wir uns im digitalen Zeitalter neu erfinden? Mit ihrer reizvollen, spannenden Performance „Homeostasis #V2“ eröffnet die spanische Tänzerin Rocio Berenguer das lab30 Festival 2017 (Do, 26.10., 19 Uhr, Kulturhaus abraxas).

Kuratorin Barbara Friedrichs freut sich besonders auf diesen Auftritt: „Wir wollten schon lange Tanz integrieren, nun hat sich mit dieser Deutschland-Premiere eine ganz besondere Möglichkeit aufgetan.“ Auf den fulminanten Auftakt folgen im Rahmen des Festivals die deutsche Erstaufführung von Eric Raynauds Project Vector Field und die Premiere des französischen Kollektivs Walter Dean.

Einen weiteren Höhepunkt beim lab30 bildet der Auftritt eines der wichtigsten deutschen Wegbereiter der experimentellen elektronischen Musik: Asmus Tietchens‘ umfangreiches Werk umfasst klassischen Industrial ebenso wie Electronica- und Noise-Veröffentlichungen. In seiner konzertanten Präsentation spielt er eine Art wohlüberlegten Extended DJ-Mix mit leisen, doch intensiven Tönen.

Popkultur-Fans werden sich insbesondere auf den Samstagabend mit Joasihno freuen – die beiden Musiker Cico Beck und und Nico Sierig, bekannt geworden mit den Bands „The Notwist“ und „Aloa Input“, haben aus Lust am musikalischen Experiment diese Band gegründet und musizieren nun mit Robotern, Synthesizern, Loops und Effektgeräten, mit Marimbaphonen und Percussion.

 

Popkulturell und aktuell

präsentiert sich auch die Ausstellung des Festivals mit 15 Arbeiten von Studierenden und internationalen Künstlerinnen und Künstlern: Die Installation „Gifgun“ von Kevin Mendzies widmet sich dem Phänomen des „gifs“, dem 30 Jahre alten Dateiformat, das gerade eine Renaissance erlebt. Besucher*innen können Videoschleifen filmen, die sofort als Animation ins Internet geladen werden – versehen mit populären Hashtags. Jeder Schuss kann zum Erfolg werden. Aber zugleich wird unsere endlose Selbstreproduktion hinterfragt.

Nicht weniger zeit- und medienkritisch ist „Sleepingsquad“ (Schlafende Truppe) der Berlinerin Manja Ebert. Die 9-Kanal-Videoinstallation zeigt im Live-Stream Aufnahmen von Schlafenden und offenbart nicht nur, dass man mit Intimität mehr denn je Sensationslust weckt und so die Zahl seiner (digitalen) Anhänger*innen steigert, sondern auch, dass die Menschen in der vernetzten Gesellschaft ihre intimsten Rückzugsorte freiwillig aufgeben.

 

Besucherinnen und Besucher, die selbst Hand anlegen möchten, sind eingeladen, an einem der Workshops teilzunehmen. Tina Tonagel aus Köln baut gemeinsam mit den Teilnehmer*innen eine „Elektro Murmel City“ – motorisierte Häuser mit Lichtschranke, die sich mit einer Murmel in ein Musikinstrument verwandeln. Am zweiten Tag kann man sich unter Anleitung der Künstlerin ein „Graphic Keyboard“ bauen und mit einem selbst gelöteten Verstärker und Bleistiftlinien eigene Tonfolgen spielen. Wer es noch elektronischer mag, der kann mit seinem Handy oder Tablet bei Tom Simonetti „Musik mit Apps“ komponieren.

Und wer sich an den Familiennachmittagen lieber zurücklehnt, genießt im abraxas Theater das Kurzfilm-Programm des European Media Festivals EMAF. Beim lab30 läuft ein von EMAF-Festivalmacher Ralf Sausmikat kuratiertes Best-of aus der letzten EMAF-Tour mit vielschichtigen Kurzfilmen, die aktuelle Strömungen der zeitgenössischen audiovisuellen Kunst zeigen.

 

An die bewährte Kooperation mit der Gemeinde St. Thaddäus knüpft das Festival auch 2017 an und präsentiert hier am Freitagabend den Wiener Lukas Lauermann, der sich als Cellist von Soap&Skin und Der Nino aus Wien einen Namen gemacht hat und in Augsburg sein Solo Album vorstellt. Seine Musik schlägt Brücken zwischen intellektueller Ernsthaftigkeit und unmittelbarem Pop.

Brücken bauen will der interaktive Audiowalk „Memory off switch“ des Ensembles bluespots productions, der sich mit der dunklen NS-Vergangenheit Augsburgs beschäftigt und die Teilnehmer*innen mit Zeitzeugenberichten, Texten und Tönen von Pfersee nach Haunstetten ins ehemalige Flugzeugwerk der Messerschmitt AG begleitet.

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Dritter Spielort außerhalb des Kulturhaus abraxas ist die Kradhalle im Kulturpark West. Sie bietet die Bühne für das Karlsruher Duo Strwüü, das ausrangierte Drucker im Raum verteilt, die in unterschiedlichen
Geschwindigkeiten betrieben werden; nach und nach entwickelt sich dieses Mosaik aus Geräuschen zu einem Klangteppich tanzbarer Grooves.

Diese Performances bieten den perfekten Auftakt für die lab30 Festival-Nightline: Das Junge Theater verwandelt sich allabendlich in einen Club, der von den Augsburger DJs Tom Tonlos, Rerun und Melomani bespielt wird. Mit Techno, House und Acid können die lab30 Gäste ihre Abende tanzend ausklingen lassen.


Das Workshop- und Ausstellungsprogramm wird großzügig unterstützt von Aufwind, der Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse Augsburg.

Weitere Partner des Festivals sind das Kulturhaus abraxas, MEHR MUSIK, das EMAF-Festival, das Junge Theater, das Restaurant Reesegarden und der Kulturpark West.


Tickets: Der VVK des Early Bird-Tickets zu 7 Euro läuft noch bis 04.10.2017 in der Bürgerinfo am Rathausplatz, im Kulturhaus abraxas sowie im Tonträger Plattenladen (Wintergasse 20).

Beim Festival gelten folgende Ticketpreise: Tageskarte 12/10 Euro, Familienkarte nachmittags am Wochenende: 15 Euro, 4-Tagespass 30/25 Euro

2-Tagespass 20/16 Euro. Ticket für Inhaber*innen des Kultursozialtickets:1 Euro.

Workshops: 9 Euro an (inklusive Ausstellungsbesuch und Material).

Infos: Büro für Popkultur, lab30@augsburg.de oder Tel. 0821 / 324-3253 sowie online auf www.lab30.de, www.facebook.com/lab30 und über Twitter: @lab30_augsburg – folgen Sie uns!

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