lab award

Lab award 2009 geht an zwei KünstlerInnen aus Berlin

Erstmals wird der lab award des Augsburger Medienkunstfestivals lab 30 an zwei Preisträger verliehen. Miriam Rockel überzeugte mit ihrem Typografieprojekt "No hidden message" ebenso wie Matthias Fitz mit der Installation "Streichlicht". Beide Künstler leben und arbeiten in Berlin. Die Preisträger werden alljährlich von einer Studentenjury der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Augsburg aus den Festivalbeiträgen der lab30 Ausstellung ausgewählt.
Miriam Rockels Typografieprojekt "No hidden message" ist die Dokumentation eines typographischen Experiments, so die Jury: die Schrift als graphischer Ausdruck menschlicher Kommunikation und die Computer-Algorithmen als Ausdruck mathematischer Prozesse fusionieren. Die semantische Reduktion des Schriftzeichens auf einzelne Punkte ist hierbei die Voraussetzung für eine Neuschaffung computergenerierter, visueller Harmonien. Die Statik der Zeichen wird aufgebrochen und macht so die Paradigmen von Sprache und Schrift lesbar. Miriam Rockel hat mit www.nohiddenmessage.com auch eine Website zu ihrem Festivalbeitrag eingerichtet.

Die audiovisuelle Installation "Streichlicht" von Matthias Fitz, ein Kreislauf elektronischer Signale, besticht in der Wertung der Jury durch ihren wissenschaftlichen Experimentalcharakter und ihr starkes interaktives Element. Hierbei liefert der Betrachter durch das Zünden eines Streichholzes die Initial-"Zündung" für eine Bild-Ton-Rückkopplung, die physikalische Prozesse sinnlich wahrnehmbar macht. Der reduzierte Versuchsaufbau mit einfachen, elementaren Komponenten macht das Prinzip Photovoltaik für den Betrachtermakroskopisch erlebbar.

Der lab award zeichnet außergewöhnlich kreative und erfindungsreiche künstlerische Leistungen aus. Mit dem Preisgeld von 1000 Euro, gestiftet vom Kulturamt der Stadt Augsburg, soll interdisziplinäres und genreübergreifendes Arbeiten unterstützt und Grenzüberschreitungen und Experimente gefördert werden.
In den Vorjahren ging der lab award an Bettina Krugsperger und Roland Mylog für Schalljahre² (2008), 2007 erhielt die Berlinerin Jana Linke die Trophäe für ihre Installation "Click and Glue" - ein sich selbst einsperrendes System.

 
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