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Stadt Augsburg
 
 
 


lab award

 

Der lab award 2011 geht an Reinhard Gupfinger und sein Projekt »Sound tossing«.  
Zur Jurybegründung:
Mit dem Projekt »Sound Tossing« gelingt Reinhard Gupfinger eine überaus zeitgemäße Reinterpretation der Street Art als Strategie der Rückeroberung öffentlicher Räume. Dabei entfachen die Soundeinheiten zum Eigenbau, trotz der einfachen technischen Realisierbarkeit, eine vielschichtige, subversive Wirkung: Die minimalistischen Töne, die von Bäumen, Brunnen und Leitungen zirpen und fiepen sind ein intelligenter Kontrapunkt zur allgegenwärtigen akustischen Überfrachtung von Bahnhöfen, Kaufhäusern und öffentlichen Plätzen. Der konstanten passiven Beschallung setzen die ungewohnten Töne aktives Hören entgegen. Reinhard Gupfinger gelingt es damit auf überraschend einfache Weise beim Zuhörer, einen seiner elementaren Sinne zu reaktivieren. Als Intervention im Stadtraum rufen die Klangirritationen bei den Passanten darüber hinaus ganz subtil die unterschiedlichsten zwischenmenschliche Reaktionen hervor: Ein kleiner akustischer Eingriff führt nicht nur zur sozialen Interaktion, sondern auch zum durchaus angebrachten gemeinsamen Nachdenken über die akustische Überfüllung öffentlicher Plätze und Gebäude. Gerade im Kontrast zwischen minimaler Technik und großer zwischenmenschlicher Reichweite liegt der überzeugende Reiz des Projektes von Reinhard Gupfinger.

Erstmals entschied darüber hinaus das Publikum über die Vergabe eines Preises. Der Publikumspreis 2011 ging an »Lights contacts« von scenocosme.

Der lab award zeichnet jedes Jahr außergewöhnlich kreative und erfindungsreiche künstlerische Leistungen aus. Mit dem Preis sollen interdisziplinäre, genreübergreifende Arbeiten, Grenzüberschreitungen und Experimente gefördert werden und Innovationen gewürdigt werden. Das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 1.000.- € wurde 2011 freundlicherweise von Müller Design und Neuland Multimedia zur Verfügung gestellt. Wir danken den Partnern für diese wertvolle Unterstützung.
2011 bestand die Jury aus Heike Ander, Juliane Stiegeler, Thomas Elsen und Ludwig John.

In den Vorjahren ging der lab award an Bettina Krugsperger und Roland Mylog für Schalljahre² (2008), 2007 erhielt die Berlinerin Jana Linke die Trophäe für ihre Installation »Click and Glue« - ein sich selbst einsperrendes System. 2009 wurde der lab award erstmals geteilt: Miriam Rockels Typografieprojekt »No hidden message« wurde ebenso ausgezeichnet wie Michael Fitz' begehbare Installation »Streichlicht«. 2010 erhielt Jasper Diekamp für seinen »Monologue of two machines« den lab award (siehe Bild oben).