de | en
Der lab award ging an die die Berliner Medienkünstlerin Jana Linke.

Die Jury hatte ihre Installation Click & Glue aus 18 nominierten Ausstellungsbeiträgen ausgewählt. Die Installation von Jana Linke hatte sowohl in der Komplexität der angewandten Technik, als auch dem experimentellen Charakter, der Emotionalität, dem Grad der Innovation und schließlich mit ihrer gestalterischen Qualität überzeugt.

 Click & Glue ist ein System, das sich mit der Zeit selbst einsperrt:

 Von der Decke hängen vier Metallwände und definieren einen eigenen Raum. In dem Raum befindet sich ein großer weißer, mit Helium gefüllter Latexballon. Eine Verstrebung umfasst den Ballon und bietet Befestigungspunkte für die Sensorik, die Stromversorgung, drei Propeller und eine Klebemechanik, die als Nase hervorsteht. Der Ballon fliegt mit einem Propellerantrieb langsam durch den Raum und zieht einen Nylonfaden hinter sich her. Mit der Nase voran, steuert er eine Wand an. Erreicht er diese, dann hält er sich mit zwei Magneten an der Wand fest. Nun wird die Nylonschnur mit einer Klebemechanik an seiner Spitze mit Heißkleber an die Wand geklebt. Der Klebepunkt ist der Ankerpunkt für den nächsten Faden durch den Raum und der Ballonroboter steuert eine neue Wand an. So entsteht ein immer dichter werdendes Netz, das den Ballon im Laufe der Zeit einsperrt. Am Ende behindert sich Click & Glue durch seine eigene Funktion an der Fortführung seiner Tätigkeit.

 "Jana Linke konnte mit ihrer Installation Click & Clue in allen Bereichen überzeugen und bietet dem Betrachter ein spannendes Objekt in Raum und Zeit mit variabler Interpretationsmöglichkeit", so die Begründung der Jury, der Manuel Piepereit (Vorsitz), Claudia Lanzl, Simon Schories, Chrissi Maier und Michael Bergeler angehörten - alle Studenten der Augsburger Fachhochschule für Gestaltung.

Die Preisträgerin, die 29-jährige Medienkünstlerin Jana Linke, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Experimentelle Mediengestaltung an der Universität der Künste Berlin und Bühnenbild an der Akademie Minerva, Groningen. 2006 erhielt sie den ersten Preis des XII Canariasmediafest für Multimediale Installation und den Lili-Preis der UdK Berlin. Zur Zeit wird sie vom Land Berlin mit dem NaFöG-Stipendium gefördert. Mehr zu Jana Linke im Internet unter www.janalinke.de
 
Ausschreibung für 2008:
 
Dem Festival stehen 400qm Ausstellungsfläche, eine Black Box-Bühne für Klang- und Bildexperimente und ein Club zur Verfügung. Für die Ausschreibung werden erbeten:
1) für die Ausstellung: Interaktive Installationen und Ausstellungsprojekte, die sich in spielerischer Art mit neuen (Computer-) Technologien und digitalen Möglichkeiten visuell oder akustisch auseinandersetzen. Die Arbeiten sollten nicht älter als drei Jahre sein. Um den Werkstatt- und Kommunikationscharakter des Festivals zu bewahren, ist die Präsentation der Arbeiten durch die Künstler während des Festivals wünschenswert. Die Organisation übernimmt Unterbringung und Verpflegung vor Ort. Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog.
2) für die Black Box-Bühne: Audiovisuelle Projekte, die der besonderen Situation des Raumes gerecht werden. Das Publikum sitzt auf einer u-förmigen, ansteigenden Arenabühne im Raum, Projektionen (3 x ca. 4 x 4 Meter, frontal, links und rechts) sind möglich. Gesucht werden abendfüllende Klang/Bild-Programme.
Die Arbeiten werden durch ein Kuratorenteam juriert. Unter den nominierten Arbeiten, die beim Festival ausgestellt werden, wird ein Preis vergeben.

Die Einsendefristen für 2008 gibt's demnächst hier; eingereicht werden können aussagekräftige Dokumentationen der Arbeiten auf DVD, CD-Roms oder Websites.
Einsendung der Arbeiten an:
Kulturbüro der Stadt Augsburg
Elke Seidel
Bahnhofstr. 18 1/3 a
86150 Augsburg